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MTBF (Mean Time Between Failures)

Facility Management: Instandhaltung » Grundlagen » Kennzahlen » MTBF

MTBF Kennzahl in der Instandhaltung zur Bewertung von Anlagenzuverlässigkeit und Ausfallhäufigkeit

MTBF (Mean Time Between Failures)

MTBF, also Mean Time Between Failures, ist eine der wichtigsten zuverlässigkeitsbezogenen Kennzahlen in der Instandhaltung und im Facility Management, da sie die durchschnittliche Betriebszeit eines reparierbaren Assets zwischen einem Ausfall und dem nächsten beschreibt. Sie unterstützt Instandhaltungs- und FM-Teams dabei, zu bewerten, wie häufig technische Anlagen ausfallen, wie stabil Systeme im laufenden Betrieb sind und ob die eingesetzte Instandhaltungsstrategie ungeplante Unterbrechungen wirksam reduziert. Im Facility Management ist MTBF insbesondere für kritische gebäudetechnische Anlagen wie HLK-Systeme, Pumpen, Generatoren, Aufzüge, Brandschutzsysteme und elektrische Installationen von hoher Bedeutung, da wiederkehrende Störungen in diesen Bereichen Sicherheit, Komfort, Betriebsabläufe und Kosten erheblich beeinflussen können. Als KPI misst MTBF nicht nur die technische Zuverlässigkeit, sondern liefert auch eine belastbare Grundlage für Planung, Ressourceneinsatz, Störungsanalyse und lebenszyklusbezogene Entscheidungen, weshalb ein strukturiertes Verständnis dieser Kennzahl wesentlich ist, um Zuverlässigkeitsdaten im Instandhaltungsmanagement wirksam zu nutzen.

Definition von MTBF

MTBF steht für Mean Time Between Failures. Die Kennzahl gibt die durchschnittliche Zeit an, die ein reparierbares Asset im Betrieb bleibt, bevor ein Ausfall eintritt und eine korrektive Maßnahme erforderlich wird.

Warum MTBF eine zentrale Instandhaltungskennzahl ist

MTBF ist deshalb so bedeutsam, weil sie einen messbaren Blick auf die Zuverlässigkeit eines Assets ermöglicht. Je höher der MTBF-Wert, desto seltener treten Ausfälle auf. Dies weist in der Regel auf eine stabile, verlässliche und beherrschte Anlagenperformance hin.

Relevanz im Facility Management

Im Facility Management wird MTBF eingesetzt, um die Zuverlässigkeit technischer Anlagen zu bewerten, die für den Gebäudebetrieb, den Nutzerkomfort, die Sicherheit und die Geschäftskontinuität erforderlich sind. Besonders wichtig ist die Kennzahl bei Systemen, deren Ausfall zu Betriebsunterbrechungen, Serviceeinschränkungen oder erhöhten Risiken führt.

MTBF als Zuverlässigkeits-KPI

MTBF ist in erster Linie eine Kennzahl zur Beurteilung der Zuverlässigkeit. Sie misst nicht direkt die Geschwindigkeit einer Reparatur oder die Höhe der Instandhaltungskosten. Dennoch besteht ein enger Zusammenhang zu Instandhaltungsplanung, Anlagenzustand und kontinuierlicher Leistungsverbesserung.

Bewertung der Anlagenzuverlässigkeit

Der wichtigste Zweck von MTBF besteht darin, sichtbar zu machen, wie häufig ein Asset im Zeitverlauf ausfällt. Dadurch lässt sich erkennen, ob eine Anlage konstant zuverlässig arbeitet oder ob sich ihr Zustand verschlechtert.

Unterstützung der Instandhaltungsplanung

Wenn die Abstände zwischen Ausfällen bekannt sind, können präventive Maßnahmen gezielter geplant und Ressourcen wirksamer priorisiert werden. Das verbessert sowohl die Planbarkeit als auch die technische Steuerung.

Bewertung der Wirksamkeit von Instandhaltungsstrategien

Veränderungen im MTBF-Wert zeigen, ob präventive, zustandsorientierte oder vorausschauende Instandhaltungsmaßnahmen die Ausfallhäufigkeit tatsächlich reduzieren. Damit wird MTBF zu einer wichtigen Kontrollgröße für die Strategieumsetzung.

Grundlage für Anlagenverbesserungen

Niedrige MTBF-Werte deuten häufig darauf hin, dass weitergehende Maßnahmen erforderlich sind, etwa Root-Cause-Analysen, konstruktive Verbesserungen, betriebliche Anpassungen, Generalüberholungen oder ein gezielter Ersatz von Komponenten oder Anlagen.

Was als Ausfall gilt

Im Zusammenhang mit MTBF ist ein Ausfall der Verlust der Fähigkeit eines Assets, seine geforderte Funktion unter festgelegten Bedingungen zu erfüllen. Dazu können ein vollständiger Stillstand, eine erhebliche Funktionseinschränkung oder ein Zustand gehören, der eine Reparatur erforderlich macht.

Notwendigkeit klarer Ausfallkriterien

MTBF ist nur dann aussagekräftig, wenn der Begriff „Ausfall“ im Unternehmen einheitlich definiert ist. Ohne klare Regeln können unterschiedliche Teams denselben Sachverhalt unterschiedlich bewerten. Das führt zu verzerrten oder nicht vergleichbaren Ergebnissen.

Ausfallaspekt

Beispiel

Vollständiger Ausfall

Eine Pumpe stellt den Betrieb vollständig ein

Funktionaler Ausfall

Ein Kaltwassersatz läuft, erreicht aber die geforderte Kälteleistung nicht

Intermittierender Ausfall

Ein elektrischer Steuerungsfehler verursacht wiederholte Abschaltungen

Sicherheitsrelevanter Ausfall

Ein Test der Feuerlöschpumpe zeigt, dass das System nicht voll funktionsfähig ist

Ausschlüsse und Grenzen

Kleinere Mängel, die die geforderte Funktion nicht beeinträchtigen, können je nach Unternehmensregelung in die KPI einbezogen oder ausgeschlossen werden. Diese Abgrenzung muss eindeutig festgelegt sein, damit die Kennzahl nicht verfälscht wird.

Grundformel

Die Standardformel lautet:

MTBF = Gesamtbetriebszeit / Anzahl der Ausfälle

Das bedeutet, dass die gesamte Betriebszeit eines Assets durch die Anzahl der im betrachteten Zeitraum dokumentierten Ausfälle geteilt wird.

Erläuterung der Formel

Wenn ein Asset 2.000 Stunden betrieben wird und dabei 4 Ausfälle aufweist, ergibt sich folgende Berechnung:

MTBF = 2000 / 4 = 500 Stunden

Das bedeutet, dass die Anlage im Durchschnitt 500 Betriebsstunden zwischen zwei Ausfällen erreicht.

Berechnungszeitraum- MTBF kann über unterschiedliche Zeiträume berechnet werden, zum Beispiel über:

  • monatliche Zeiträume

  • quartalsweise Zeiträume

  • jährliche Zeiträume

  • vollständige Betriebszyklen

  • langfristige Lebenszyklusbetrachtungen

Der gewählte Zeitraum sollte stets zum Betriebsumfeld, zur Anlagencharakteristik und zu den Instandhaltungszielen passen.

Anforderung: reparierbare Assets

MTBF wird grundsätzlich für reparierbare Assets verwendet. Für nicht reparierbare Komponenten ist in der Regel eine andere Kennzahl, beispielsweise MTTF (Mean Time To Failure), besser geeignet.

Betriebszeitdaten

Für die Berechnung sind verlässliche Angaben zur gesamten Zeit erforderlich, in der das Asset tatsächlich in Betrieb war oder für den Betrieb zur Verfügung stand.

Ausfallaufzeichnungen

Jeder Ausfall muss mit ausreichender Detailtiefe dokumentiert werden. Dazu gehören mindestens Datum, Uhrzeit, Asset-Identifikation, Störungsart und durchgeführte Reparaturmaßnahme.

Asset-Identifikation

Eine belastbare MTBF-Analyse setzt eine klare Anlagenstruktur voraus. Ausfälle müssen eindeutig dem richtigen Gerät, Teilsystem oder Anlagenbestandteil zugeordnet werden können.

Qualität der Auftrags- und Meldedokumentation

MTBF ist nur so gut wie die Daten im Instandhaltungssystem. Unvollständig abgeschlossene Arbeitsaufträge, fehlende Störungscodes oder uneinheitliche Benennungen von Assets mindern die Aussagekraft erheblich.

Datenelement

Bedeutung für MTBF

Asset-ID

Stellt sicher, dass Ausfälle der richtigen Anlage zugeordnet werden

Laufzeit oder Betriebsstunden

Bildet die Grundlage des Zählers

Anzahl der Ausfälle

Bildet den Nenner der Formel

Datum und Uhrzeit des Ausfalls

Ermöglicht Trend- und Intervallanalysen

Art des Ausfalls

Unterstützt eine vertiefte Zuverlässigkeitsbewertung

Instandhaltungshistorie

Hilft, die Entwicklung von MTBF im Zeitverlauf zu interpretieren

Hoher MTBF-Wert

Ein hoher MTBF-Wert bedeutet im Allgemeinen, dass Ausfälle seltener auftreten. Dies spricht meist für eine gute Zuverlässigkeit, einen stabilen Betrieb und eine wirksame Instandhaltung.

Niedriger MTBF-Wert

Ein niedriger MTBF-Wert zeigt, dass Ausfälle häufiger vorkommen. Mögliche Ursachen sind ein schlechter Anlagenzustand, ungeeignete Instandhaltungsmaßnahmen, Bedienfehler, konstruktive Schwächen oder alterungsbedingter Verschleiß.

MTBF als Durchschnittswert

MTBF ist ein Durchschnittswert. Er bedeutet nicht, dass der nächste Ausfall exakt zum berechneten Zeitpunkt eintreten wird. Die Kennzahl beschreibt lediglich den durchschnittlichen Abstand zwischen Ausfällen auf Basis vergangener Betriebsdaten.

Trendanalyse ist aussagekräftiger als Einzelwerte

Ein einzelner MTBF-Wert liefert nur eine begrenzte Aussage. Wesentlich aussagekräftiger ist die Entwicklung über die Zeit. Erst Trends zeigen, ob sich die Zuverlässigkeit verbessert, stabil bleibt oder verschlechtert.

MTBF-Trend

Typische Interpretation

Steigender MTBF

Die Zuverlässigkeit verbessert sich, Ausfälle treten seltener auf

Stabiler MTBF

Die Zuverlässigkeit bleibt auf einem konstanten Niveau

Sinkender MTBF

Ausfälle nehmen zu, weitere Untersuchung ist erforderlich

Überwachung der Zuverlässigkeit

MTBF zählt zu den klarsten Kennzahlen, um die Zuverlässigkeit technischer Anlagen messbar zu überwachen.

Bewertung von Instandhaltungsstrategien

Verbessert sich der MTBF nach Einführung präventiver oder prädiktiver Instandhaltung, ist dies ein starkes Indiz dafür, dass die gewählte Strategie wirksam ist.

Priorisierung kritischer Assets

Assets mit niedrigem MTBF lassen sich als prioritäre Kandidaten für Verbesserungen, Umplanungen oder engmaschigere Zustandsüberwachung identifizieren.

Unterstützung der Ursachenanalyse

Kurze und wiederkehrende Zeitabstände zwischen Ausfällen deuten oft darauf hin, dass Grundursachen nicht nachhaltig beseitigt wurden. MTBF hilft, solche Schwachstellen sichtbar zu machen.

Begründung von Budget- und Ressourcenbedarf

Niedrige MTBF-Werte können Investitionsbedarfe fachlich untermauern, etwa für Ersatzbeschaffungen, höhere Ersatzteilbestände, externe Spezialdienstleistungen oder zusätzliche technische Maßnahmen.

HLK-Systeme

Bei Kältemaschinen, Lüftungsanlagen, Pumpen und Kesseln hilft MTBF zu beurteilen, ob Systeme zur Klimatisierung und Medienversorgung zuverlässig arbeiten.

Elektrische Systeme

Bei Schaltanlagen, USV-Systemen, Notstromaggregaten und Steuerungsschaltschränken ist MTBF besonders wichtig, da Ausfälle zahlreiche Gebäudefunktionen gleichzeitig beeinträchtigen können.

Aufzugs- und Fahrtreppensysteme

Häufige Unterbrechungen im vertikalen Transport mindern die Nutzerzufriedenheit und können die Barrierefreiheit beeinträchtigen. MTBF unterstützt hier die Bewertung der Servicezuverlässigkeit.

Brandschutz- und Lebenssicherheitssysteme

Auch wenn diese Systeme nicht durchgehend wie Prozessanlagen laufen, ist ihre störungsfreie Einsatzbereitschaft entscheidend. MTBF kann die Zuverlässigkeit überwachter Komponenten und unterstützender Systeme bewerten.

Wasser- und Pumpensysteme

MTBF unterstützt die Überwachung der Zuverlässigkeit von Trinkwasserpumpen, Druckerhöhungsanlagen, Abwasserpumpen und Kühlwasserkreisläufen.

Industrie- und Prozessanlagen

In industriellen Umgebungen ist MTBF besonders relevant, da eine geringe Zuverlässigkeit häufig direkt zu Produktionsverlusten und finanziellen Schäden führt.

Asset-Typ

Warum MTBF wichtig ist

Kältemaschinen und HLK-Anlagen

Sichern Komfort und Betriebskontinuität

Pumpen

Unterstützen stabile Wasser-, Kühl- und Prozessströme

Generatoren und USV

Schützen die Kontinuität bei Stromstörungen

Aufzüge

Unterstützen Zugänglichkeit und Nutzerzufriedenheit

Brandschutzkomponenten

Unterstützen die Sicherheitsbereitschaft

Prozessanlagen

Sichern Ausbringung und Produktionskontinuität

Alter und Zustand der Anlage

Ältere oder verschlissene Anlagen weisen häufig kürzere Abstände zwischen Ausfällen auf. Dadurch sinkt der MTBF.

Qualität der Instandhaltung

Unzureichend ausgeführte Wartungen, versäumte Inspektionen sowie mangelhafte Schmierung, Kalibrierung oder Justierung können Ausfallintervalle deutlich verkürzen.

Betriebsumgebung

Staub, Feuchtigkeit, Vibrationen, extreme Temperaturen und korrosive Umgebungen beeinträchtigen die Zuverlässigkeit technischer Anlagen oft erheblich.

Betriebsweise

Überlastung, unsachgemäße Nutzung, unregelmäßige Abschaltvorgänge oder unzureichende Schulung des Bedienpersonals wirken sich negativ auf MTBF aus.

Qualität von Design und Installation

Schwächen in Planung, Auslegung, Installation oder Inbetriebnahme können schon früh zu wiederkehrenden Störungen und dauerhaft niedrigen MTBF-Werten führen.

Ersatzteile und Reparaturqualität

Werden minderwertige Ersatzteile eingesetzt oder Reparaturen unvollständig ausgeführt, treten Störungen oft rasch erneut auf. Das senkt den MTBF nachhaltig.

Einfach und breit verständlich

MTBF ist vergleichsweise einfach zu berechnen und als Standardkennzahl zur Bewertung von Zuverlässigkeit allgemein anerkannt.

Geeignet für Vergleiche - Die Kennzahl ermöglicht Vergleiche:

  • zwischen baugleichen Assets

  • zwischen verschiedenen Standorten

  • über unterschiedliche Zeiträume

  • vor und nach Verbesserungsmaßnahmen

  • zwischen Dienstleistern oder Wartungspartnern

Unterstützung von Zuverlässigkeitsverbesserungen

MTBF zeigt klar, ob sich die Zuverlässigkeit technischer Anlagen verbessert oder verschlechtert. Dadurch wird die Wirkung technischer und organisatorischer Maßnahmen sichtbar.

Wertvoll für kritischkeitsbasierte Instandhaltung

In Verbindung mit der Kritikalität eines Assets hilft MTBF dabei, Instandhaltungsressourcen auf jene Anlagen zu konzentrieren, bei denen häufige Ausfälle die größten Auswirkungen haben.

MTBF ist ein Durchschnittswert, keine Vorhersage

MTBF sagt nicht voraus, wann der nächste Ausfall exakt eintreten wird. Die Kennzahl darf daher nicht mit einem garantierten Wartungs- oder Serviceintervall verwechselt werden.

Empfindlich gegenüber schlechter Datenqualität

Werden Ausfälle nicht einheitlich oder unvollständig dokumentiert, verliert der MTBF-Wert schnell seine Aussagekraft und kann zu Fehlentscheidungen führen.

Keine Aussage über die Schwere eines Ausfalls

Ein MTBF-Wert zeigt nicht, ob es sich um kleine oder schwere Störungen handelt und ob die Auswirkungen gering oder kritisch sind.

Keine Berücksichtigung der Reparaturdauer

MTBF allein zeigt nicht, wie schnell ein Asset nach einem Ausfall wiederhergestellt wird. Eine Anlage kann einen hohen MTBF haben und dennoch erhebliche Betriebsstörungen verursachen, wenn der MTTR hoch ist.

Unregelmäßige Ausfallmuster können verdeckt werden

Manche Assets fallen nicht in gleichmäßigen Abständen aus. Ein einzelner Durchschnittswert kann Häufungen, saisonale Probleme oder wiederkehrende Fehlercluster verdecken.

Begrenzung

Praktische Konsequenz

Durchschnittsbasierter Wert

Kann das tatsächliche Ausfallverhalten zu stark vereinfachen

Keine Stillstandsdimension

Muss mit MTTR oder Verfügbarkeit kombiniert werden

Keine Schweregrad-Dimension

Erfordert zusätzliche Fehlerklassifizierung

Abhängigkeit von Datenqualität

Benötigt belastbare Instandhaltungsdaten

Schwäche bei seltenen Ausfällen

Längere Beobachtungszeiträume können notwendig sein

Internes Benchmarking

Organisationen können MTBF-Werte zwischen Standorten, Anlagengruppen oder Instandhaltungsteams vergleichen, um Best Practices und Schwachstellen zu identifizieren.

Externes Benchmarking

Branchenvergleiche sind grundsätzlich möglich, müssen jedoch Unterschiede bei Betriebsbedingungen, Anlagenalter, Lastprofil und Umwelteinflüssen berücksichtigen.

Realistische Zielwerte festlegen - MTBF-Ziele sollten nicht willkürlich definiert werden. Sie sollten sich stützen auf:

  • historische Ausfallleistung

  • Herstellerempfehlungen

  • Kritikalität des Assets

  • Betriebsbedingungen

  • geschäftliche Auswirkungen eines Ausfalls

Unterschiedliche Ziele für unterschiedliche Assets

Kritische Systeme benötigen in der Regel deutlich höhere Zuverlässigkeit als weniger kritische Unterstützungsanlagen.

Kritikalität des Assets

Typische MTBF-Erwartung

Hohe Kritikalität

Sehr lange Intervalle zwischen Ausfällen werden erwartet

Mittlere Kritikalität

Stabile und möglichst verbesserte Intervalle sind erforderlich

Geringe Kritikalität

Moderate Zuverlässigkeit kann je nach Kosten und Auswirkung ausreichend sein

Beispiel: Pumpensystem

Ein Druckerhöhungs-Pumpensystem läuft im Betrachtungszeitraum 3.600 Stunden und verzeichnet 6 Ausfälle.

MTBF = 3600 / 6 = 600 Stunden

Das bedeutet, dass das Pumpensystem im Durchschnitt alle 600 Betriebsstunden ausfällt.

Interpretation des Beispiels

Wenn der MTBF im Vorjahr bei 900 Stunden lag und im aktuellen Zeitraum nur noch 600 Stunden beträgt, hat sich die Zuverlässigkeit verschlechtert. Daraus können sich folgende Maßnahmen ableiten:

- Prüfung der Betriebsbedingungen

- Überprüfung der präventiven Instandhaltung

- Analyse wiederkehrender Störungsursachen

- Überprüfung der Ersatzteilstrategie

- Bewertung des Anlagenzustands oder des Ersatzbedarfs

MTBF ist eine zentrale Instandhaltungskennzahl zur Messung der Zuverlässigkeit reparierbarer Assets und zur Beurteilung, wie häufig Ausfälle im Zeitverlauf auftreten. Im Facility Management spielt sie eine wesentliche Rolle bei der Bewertung kritischer technischer Systeme, der Identifikation schwacher Assets, der Entscheidung über Instandhaltungsstrategien und der Sicherung der Betriebskontinuität.

Obwohl das Grundprinzip von MTBF einfach ist, hängt ihr tatsächlicher Nutzen von klar definierten Ausfallkriterien, belastbaren Daten und einer fachgerechten Interpretation im jeweiligen Betriebskontext ab. Die Kennzahl sollte stets gemeinsam mit ergänzenden Indikatoren wie MTTR, Stillstandszeit und Verfügbarkeit betrachtet werden, um ein vollständiges Bild der Instandhaltungsleistung zu erhalten. Richtig eingesetzt wird MTBF zu einem wirksamen Instrument für Zuverlässigkeitssteigerung, Risikoreduzierung und professionelles Asset Management über den gesamten Lebenszyklus einer Anlage.