Dokumentation und Lessons Learned
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Dokumentation und Lessons Learned im Störungsmanagement als Kernprozess im Facility Management
Dokumentation und Lessons Learned sind wesentliche Bestandteile des Störungsmanagements im Facility Management, weil sie sicherstellen, dass jede Störung, jede Reaktionsmaßnahme, jedes Reparaturergebnis und jede Untersuchung nachvollziehbar erfasst und in nutzbares Organisationswissen überführt wird. Im Facility Management erfordern Störungen nicht nur eine unmittelbare Behebung. Sie liefern zugleich wertvolle Informationen über den Zustand von Anlagen, die Wirksamkeit der Instandhaltung, die Leistung von Dienstleistern, betriebliche Risiken, die Auswirkungen auf Nutzer sowie wiederkehrende Schwachstellen in technischen Systemen und Serviceprozessen. Ohne eine saubere Dokumentation bleibt das Störungsmanagement reaktiv, wiederholungsanfällig und nur eingeschränkt bewertbar. Ohne Lessons Learned treten dieselben technischen Ausfälle, Meldeprobleme, Verzögerungen und Serviceunterbrechungen häufig erneut auf. Ein strukturierter Ansatz zur Dokumentation und zur systematischen Auswertung von Erfahrungen unterstützt daher Nachvollziehbarkeit, Verantwortlichkeit, Compliance, Ursachenanalyse, Serviceverbesserung, Asset-Planung und langfristige Betriebssicherheit im gesamten Gebäudebetrieb.
Dokumentation im Störungsmanagement als Kernprozess
- Definition und Rolle der Dokumentation im Störungsmanagement
- Bedeutung der Dokumentation im Facility Management
- Bedeutung von Lessons Learned im Facility Management
- Ziele von Dokumentation und Lessons Learned
- Position innerhalb des Störungsmanagement-Workflows
- Was im Störungsmanagement dokumentiert werden sollte
- Kategorien der Störungsdokumentation im FM
- Dokumentationsstandards und Qualitätsanforderungen
- Dokumentationswerkzeuge im Störungsmanagement
- Rolle der Dokumentation in der technischen Störungsanalyse
- Rolle der Dokumentation in Compliance und Audit
- Bedeutung und Umfang von Lessons Learned
- Quellen für Lessons Learned im Störungsmanagement
- Lessons-Learned-Prozess im FM
- Unterschied zwischen Dokumentation und Lessons Learned
- Nutzen einer starken Dokumentations- und Lessons-Learned-Praxis
- Häufige Herausforderungen bei Dokumentation und Lessons Learned
- Strategische Bedeutung im modernen Facility Management
Bedeutung der Dokumentation
Dokumentation im Störungsmanagement bezeichnet die systematische Erfassung aller relevanten Informationen, die mit einer Störung zusammenhängen. Dazu gehören Erkennung, Meldung, Diagnose, Priorisierung, Reaktionsmaßnahmen, Reparaturdetails, Funktionsprüfung, Abschluss und nachgelagerte Erkenntnisse. Ziel ist es, einen vollständigen und überprüfbaren Verlauf des Störungsfalls zu schaffen.
Bedeutung von Lessons Learned
Lessons Learned sind die Erkenntnisse, Schlussfolgerungen und Verbesserungsmaßnahmen, die aus der Analyse abgeschlossener Störungsfälle abgeleitet werden. Besonders wichtig sind sie bei wiederkehrenden Störungen, größeren Betriebsunterbrechungen, Verzögerungen, sicherheitsrelevanten Auswirkungen oder hohen Reparaturkosten. Sie dienen nicht der reinen Rückschau, sondern der gezielten Verbesserung zukünftiger Abläufe.
Einordnung im Störungsmanagementprozess
Die Dokumentation beginnt mit der ersten Meldung einer Störung und begleitet den gesamten Prozess bis zum Abschluss und zur Nachbewertung. Lessons Learned entstehen in der Regel nach der Behebung der Störung, wenn der Fall fachlich, organisatorisch und gegebenenfalls vertraglich bewertet wird.
Warum beide Kernelemente des FM-Prozesses sind
Störungsmanagement ist erst dann vollständig, wenn eine Störung nicht nur technisch beseitigt, sondern auch dokumentiert, bewertet und für zukünftige Verbesserungen genutzt wurde. Erst dadurch wird aus einer reinen Reparaturtätigkeit ein steuerbarer Managementprozess mit nachhaltigem Nutzen für den Gebäudebetrieb.
Bedeutung der Dokumentation im Facility Management
Dokumentation ist im Facility Management unverzichtbar, weil sie den offiziellen Nachweis darüber liefert, was passiert ist, wie reagiert wurde, wer verantwortlich war, welche Ressourcen eingesetzt wurden und ob die Maßnahme wirksam war. Solche Aufzeichnungen sind für Betriebskontinuität, Nachweisfähigkeit, regelkonformes Handeln und fundierte Entscheidungen notwendig.
Operative Bedeutung
Präzise Aufzeichnungen helfen Technikern, Objektleitern und FM-Managern, frühere Störungen, laufende Probleme und den aktuellen Zustand von Anlagen besser zu verstehen. Dadurch wird die operative Koordination verbessert und Doppelarbeit vermieden.
Technische Bedeutung
Die Dokumentation unterstützt die Diagnose, weil Wartungshistorien, ausgetauschte Teile, wiederkehrende Symptome und frühere Korrekturmaßnahmen verfügbar bleiben. Diese Informationen verkürzen Fehlersuche und verbessern die technische Qualität der Instandsetzung.
Rechtliche und Compliance-bezogene Bedeutung
Bei sicherheitskritischen Systemen wie Brandmeldeanlagen, Aufzügen, elektrischen Anlagen, Gasversorgungen oder Notfalleinrichtungen kann eine lückenlose Dokumentation erforderlich sein, um Sorgfaltspflichten, Betreiberpflichten und regulatorische Anforderungen nachzuweisen.
Vertragliche Bedeutung
In ausgelagerten FM-Strukturen ist Dokumentation häufig notwendig, um Anwesenheit von Dienstleistern, Ausführungsqualität, SLA-Erfüllung und Verantwortungsabgrenzung belastbar nachzuweisen. Sie bildet damit eine Grundlage für Leistungssteuerung und Vertragscontrolling.
Strategische Bedeutung
Historische Daten unterstützen Budgetplanung, Lebenszyklusbetrachtungen, Ersatzinvestitionen, die Überprüfung von Instandhaltungsstrategien und den Vergleich von Leistungskennzahlen. Damit wird Dokumentation zu einer wichtigen Informationsquelle für strategische FM-Entscheidungen.
Bedeutung von Lessons Learned im Facility Management
Lessons Learned sind wichtig, weil wiederkehrende Störungen oft nicht deshalb auftreten, weil zu wenig repariert wurde, sondern weil Erkenntnisse aus vergangenen Vorfällen nicht systematisch gesichert und angewendet wurden. FM-Organisationen verbessern sich dann nachhaltig, wenn sie Störungen in Handlungswissen für die Zukunft umwandeln.
Vermeidung wiederkehrender Störungen
Die Auswertung früherer Vorfälle hilft dabei, technische und prozessuale Schwachstellen zu erkennen, die sonst im Tagesgeschäft unentdeckt bleiben würden.
Verbesserung der Instandhaltungsqualität
Lessons Learned zeigen, ob frühere Reparaturen nur Symptome beseitigt oder tatsächlich die Grundursache behoben haben. Dadurch wird die Qualität der technischen Problemlösung erhöht.
Verbesserung der Serviceerbringung
Störungshistorien können offenlegen, an welchen Stellen Kommunikation, Koordination, Priorisierung oder Eskalation verbessert werden müssen. Dies wirkt sich direkt auf Servicequalität und Nutzerzufriedenheit aus.
Ziele von Dokumentation und Lessons Learned
| Ziel | Erklärung | FM-Nutzen |
|---|---|---|
| Nachvollziehbarkeit sicherstellen | Vollständige Dokumentation des gesamten Störungslebenszyklus | Unterstützt Verantwortlichkeit und Transparenz |
| Technische Analyse unterstützen | Bereitstellung von Daten für Diagnose und Ursachenanalyse | Verbessert Instandhaltungsentscheidungen |
| Compliance nachweisen | Nachweise für Audits, Betreiberpflichten und rechtliche Anforderungen sichern | Schützt die Organisation |
| Leistung messen | Auswertung von Reaktions-, Reparatur- und Abschlusszeiten ermöglichen | Stärkt Steuerung und Kontrolle |
| Wissen bewahren | Informationen für spätere Nutzung erhalten | Reduziert Wiederholungsfehler |
| Zukünftige Maßnahmen verbessern | Erfahrungen in bessere Verfahren und Standards überführen | Unterstützt kontinuierliche Verbesserung |
| Asset Management unterstützen | Langfristige Ausfalltrends und Reparaturhistorien sichtbar machen | Verbessert Ersatz- und Investitionsplanung |
Dokumentation im gesamten Prozess
Dokumentation darf nicht nur als abschließender Verwaltungsschritt verstanden werden. Sie muss jede Phase des Störungsmanagements begleiten.
| Phase des Störungsmanagements | Dokumentationsanforderung |
|---|---|
| Störungserkennung | Quelle und erste Beobachtung erfassen |
| Störungsmeldung | Ort, Beschreibung, Priorität und Meldende protokollieren |
| Diagnose | Untersuchungsergebnisse und wahrscheinliche Ursachen dokumentieren |
| Zuweisung | Verantwortliche Person und Zeitpunkt der Zuweisung festhalten |
| Reaktion und Reparatur | Eintreffen, ausgeführte Maßnahmen und eingesetztes Material dokumentieren |
| Verifikation | Bestätigen, ob das System wieder ordnungsgemäß funktioniert |
| Abschluss | Endstatus, Fertigstellungszeit und Freigabe erfassen |
| Review | Lessons Learned und Verbesserungsempfehlungen festhalten |
Was im Störungsmanagement dokumentiert werden sollte
Ein belastbares Dokumentationssystem muss sowohl operative als auch technische Informationen erfassen. Der Detaillierungsgrad kann je nach Kritikalität variieren, doch der Datensatz muss für Review, Audit und spätere Nutzung ausreichend sein.
| Dokumentationselement | Zweck | Beispiel |
|---|---|---|
| Ticket- oder Vorgangsnummer | Eindeutige Identifikation zur Nachverfolgung | FM-2026-0152 |
| Datum und Uhrzeit | Herstellung einer belastbaren Zeitleiste | 30. März 2026, 09:45 |
| Störungsort | Exakte Zuordnung des betroffenen Bereichs | Gebäude B, Ebene 2, RLT-Zentrale |
| Gemeldet von | Identifikation der Meldestelle | Nutzer, Helpdesk, GLT-Alarm |
| Störungsbeschreibung | Beschreibung von Symptom oder beobachtetem Problem | „Keine Kühlung im Besprechungsraum“ |
| Prioritätsstufe | Darstellung der Dringlichkeit | Hoch |
| Betroffene Anlage / System | Zuordnung zur konkreten technischen Einheit | AHU-02 |
| Zugewiesenes Personal | Festlegung der Verantwortung | HLK-Techniker / Dienstleister |
| Reaktionsmaßnahmen | Erfassung erster Maßnahmen | Anlage zurückgesetzt, Einheit isoliert |
| Reparaturdetails | Dokumentation der ausgeführten Arbeiten | Defekten Stellantrieb ersetzt |
| Verwendete Ersatzteile / Materialien | Nachweis der Instandhaltungsinputs | Stellantrieb Modell X, Isolierband |
| Ergebnisse der Ursachenanalyse | Erklärung der Störungsursache | Wassereintritt in Schaltschrank |
| Verifikationsergebnis | Bestätigung der Wiederherstellung | Anlage getestet und betriebsbereit |
| Abschlussdetails | Abschlussnachweis und Freigabe | Abgeschlossen durch FM-Supervisor |
| Anhänge | Beleggrundlage ergänzen | Fotos, Berichte, Trenddaten |
Kategorien der Störungsdokumentation im FM
Die Dokumentation im Facility Management lässt sich je nach Zweck und Tiefe in mehrere Arten gliedern.
| Dokumentationsart | Beschreibung | Hauptnutzen |
|---|---|---|
| Vorfallsdatensatz | Ersterfassung der Störung und Kerndaten | Ausgangspunkt für Maßnahmen |
| Arbeitsauftrag | Verfolgt Zuweisung und Reparaturdurchführung | Operative Steuerung |
| Technischer Bericht | Detaillierte Diagnose- und Reparaturergebnisse | Technische Referenz |
| Inspektionsbericht | Beschreibt beobachteten Zustand und Folgebedarf | Präventive Bewertung |
| Ursachenanalysebericht | Erläutert den zugrunde liegenden Ausfallgrund | Langfristige Vermeidung |
| Compliance-Nachweis | Belegt erforderliche Maßnahmen bei regulierten Systemen | Audit- und Rechtsnachweis |
| Lessons-Learned-Bericht | Fasst Erkenntnisse und Verbesserungsmaßnahmen zusammen | Organisationales Lernen |
| Anlagenhistorie | Kumulierte Übersicht aller Störungen und Eingriffe | Lebenszyklusmanagement |
Dokumentationsstandards und Qualitätsanforderungen
| Qualitätsanforderung | Warum sie wichtig ist |
|---|---|
| Genaue Daten | Verhindern irreführende Schlussfolgerungen |
| Vollständige Datensätze | Unterstützen Analyse und Verantwortlichkeit |
| Standardisierte Formate | Ermöglichen Vergleich und Trendbewertung |
| Zeitnahe Erfassung | Reduziert Informationsverlust |
| Klare Sprache | Verbessert die Nutzbarkeit über Teams hinweg |
| Unterstützende Nachweise | Erhöhen Glaubwürdigkeit und Auditwert |
Dokumentationswerkzeuge im Störungsmanagement
Modernes Facility Management nutzt digitale Systeme, damit Dokumentation verfügbar, nachvollziehbar und analysierbar bleibt.
| Werkzeug | Beitrag zur Dokumentation |
|---|---|
| Ticket-System | Erfasst Meldung und Workflow-Historie |
| CAFM | Verknüpft Störungsdaten mit Anlagen und Flächen |
| CMMS | Speichert Details der Instandhaltungsausführung |
| BMS / IoT | Liefert Alarme und Betriebsdaten |
| Mobile App | Unterstützt Echtzeit-Dokumentation vor Ort |
| Gemeinsame Wissensbasis | Speichert Lessons Learned und Handlungshinweise |
Rolle der Dokumentation in der technischen Störungsanalyse
Dokumentation ist nicht nur eine administrative Pflicht. Sie ist eine technische Ressource, um das Verhalten von Systemen über die Zeit zu verstehen.
Erkennung wiederkehrender Störungen
Historische Daten machen Muster sichtbar, die in einzelnen Vorfällen nicht erkannt werden. Wiederholte Ausfälle an derselben Anlage, zu ähnlichen Zeiten oder unter ähnlichen Betriebsbedingungen können auf systemische Probleme hinweisen.
Unterstützung der Diagnose
Techniker können vor Ort gezielter arbeiten, wenn sie frühere Ausfälle, bereits getauschte Komponenten und frühere Prüfergebnisse kennen. Das verkürzt Reaktionszeiten und verbessert die Trefferquote bei der Fehlerbehebung.
Rolle der Dokumentation in Compliance und Audit
Viele Gebäudesysteme erfordern belastbare Nachweise darüber, dass Störungen ordnungsgemäß behandelt wurden, insbesondere in sicherheitskritischen und regulierten Umgebungen.
| Compliance-Bereich | Dokumentationsbedarf |
|---|---|
| Brandschutzsysteme | Nachweise über Störungen, Interimsschutz, Reparaturen und Prüfungen |
| Elektrische Anlagen | Aufzeichnungen zur Störungsbeseitigung und sicheren Wiederinbetriebnahme |
| Aufzüge und Fahrtreppen | Berichte über Ausfälle, Befreiungen und Reaktionen des Dienstleisters |
| Wassersysteme | Nachweise über Mängel mit Einfluss auf Hygiene oder Leckagemanagement |
| Sicherheitssysteme | Protokolle zu Ausfällen bei Zutrittskontrolle oder Überwachung |
| Notfallsysteme | Bestätigung der Wiederherstellung und Betriebsbereitschaft |
Bedeutung und Umfang von Lessons Learned
Lessons Learned sind nicht nur allgemeine Beobachtungen darüber, was schiefgelaufen ist. Sie müssen klar benennen, was passiert ist, warum es passiert ist, was geändert werden muss und wer die Änderung umsetzt.
Bestandteile einer Lessons-Learned-Auswertung
| Bestandteil | Leitfrage |
|---|---|
| Ereigniszusammenfassung | Was ist passiert? |
| Wirkungsanalyse | Welche Auswirkungen gab es auf Sicherheit, Service, Kosten oder Nutzer? |
| Ursachenanalyse | Warum ist es passiert? |
| Reaktionsbewertung | Wurde die Störung wirksam behandelt? |
| Verbesserungsbedarf | Was muss geändert werden? |
| Verantwortlichkeit | Wer setzt die Verbesserung um? |
| Follow-up-Bewertung | Wurde die Erkenntnis erfolgreich umgesetzt? |
Quellen für Lessons Learned im Störungsmanagement
Nicht jede Erkenntnis entsteht aus einem Großschaden. Wertvolles Lernen kann auch aus dem Routinebetrieb entstehen, wenn Vorfälle konsequent ausgewertet werden.
| Quelle | Lernwert |
|---|---|
| Wiederkehrende Tickets | Hinweis auf ungelöste systemische Probleme |
| Notfallstörungen | Offenbaren Schwächen in Bereitschaft und Reaktion |
| Größere Anlagenausfälle | Zeigen Schwächen bei Asset-Zustand oder Instandhaltung |
| SLA-Verletzungen | Machen Prozess- oder Dienstleisterprobleme sichtbar |
| Nutzerbeschwerden | Offenbaren Servicelücken, die technische Daten allein nicht zeigen |
| Ursachenanalyseberichte | Erkennen tieferliegender Muster |
| Nachfallanalysen | Erfassen operative und kommunikative Defizite |
| Dienstleisterberichte | Liefern Spezialwissen und Hinweise auf Ausführungsprobleme |
| Auditfeststellungen | Zeigen Dokumentations- oder Compliance-Schwächen |
Auslösung der Auswertung
Eine Lessons-Learned-Betrachtung sollte nach größeren Störungen, wiederkehrenden Ausfällen, Sicherheitsvorfällen, kostenintensiven Unterbrechungen oder erheblichen Servicebeschwerden ausgelöst werden.
Sammlung relevanter Nachweise
Die Auswertung sollte auf Ticketdaten, Arbeitsaufträgen, technischen Berichten, Kommunikationsverläufen, Systemlogs und Rückmeldungen von Beteiligten beruhen.
Analyse des Ereignisses
Das FM-Team muss zwischen unmittelbaren Symptomen und tieferliegenden technischen oder prozessualen Ursachen unterscheiden. Nur so entstehen brauchbare Verbesserungsansätze.
Formulierung der Erkenntnisse
Lessons Learned müssen klar, konkret und handlungsorientiert formuliert werden. Allgemeine Aussagen ohne Maßnahmenbezug schaffen keinen echten Mehrwert.
Zuordnung von Maßnahmen
Jede Erkenntnis sollte einem Verantwortlichen, einem Termin und einer Nachverfolgungspflicht zugeordnet werden. Ohne Eigentümerschaft bleiben Verbesserungen oft wirkungslos.
Wissensweitergabe
Die Ergebnisse sollten den relevanten Teams zugänglich gemacht werden und nicht in geschlossenen Vorgängen verborgen bleiben. Nur geteiltes Wissen erzeugt organisationsweiten Nutzen.
Überwachung der Umsetzung
Der Nutzen von Lessons Learned hängt davon ab, ob identifizierte Verbesserungen tatsächlich umgesetzt und ihre Wirkung später überprüft werden.
| Prozessschritt | Erwartetes Ergebnis |
|---|---|
| Auslösung und Auswahl | Störungsfall für Review festgelegt |
| Nachweissammlung | Vollständige Informationsbasis |
| Analyse | Identifizierte Schwächen und Ursachen |
| Formulierung der Erkenntnisse | Klare Lernaussagen |
| Maßnahmenplanung | Definierte Verbesserungsmaßnahmen |
| Kommunikation | Geteiltes Wissen bei relevanten Stakeholdern |
| Follow-up | Bestätigung der umgesetzten Maßnahmen |
Unterschied zwischen Dokumentation und Lessons Learned
Obwohl beide eng zusammenhängen, sind Dokumentation und Lessons Learned nicht identisch.
| Aspekt | Dokumentation | Lessons Learned |
|---|---|---|
| Hauptzweck | Festhalten, was passiert ist und was getan wurde | Ermitteln, was künftig verbessert werden muss |
| Zeitpunkt | Kontinuierlich über den gesamten Störungslebenszyklus | In der Regel nach Abschluss und Review |
| Fokus | Fakten, Maßnahmen und Nachweise | Bedeutung, Erkenntnis und Verbesserung |
| Ergebnis | Tickets, Berichte, Protokolle, Formulare | Empfehlungen, angepasste Verfahren, Handlungsleitlinien |
| Nutzen | Nachvollziehbarkeit und Referenz | Prävention und organisationales Lernen |
Verbesserte Nachverfolgbarkeit
Die Organisation kann jeden Vorfall vom Eingang der Meldung bis zur endgültigen Schließung vollständig verfolgen.
Bessere Entscheidungsfindung
Manager treffen fundiertere Entscheidungen zu Instandhaltung, Budget, Erneuerung und Priorisierung, wenn belastbare Daten und Erfahrungen vorliegen.
Geringere Wiederholungsrate
Erkenntnisse aus früheren Störungen verringern die Wahrscheinlichkeit, dass identische Fehler, Schwachstellen oder organisatorische Mängel erneut auftreten.
Stärkere Steuerung von Dienstleistern
Dokumentierte Daten erleichtern die Prüfung von Anwesenheit, Leistungsumfang, Ausführungsqualität und Vertragserfüllung.
Häufige Herausforderungen bei Dokumentation und Lessons Learned
| Herausforderung | Konsequenz |
|---|---|
| Unvollständige Datensätze | Schwache Analyse und geringe Nachverfolgbarkeit |
| Verspätete Dateneingabe | Verlust wichtiger Detailinformationen |
| Uneinheitliche Terminologie | Schlechtere Auswertungs- und Berichtsqualität |
| Abschluss ohne technische Notizen | Fehlende Historie für spätere Störungen |
| Schlechte Beleganhänge | Geringe Verifikations- und Auditqualität |
| Keine Auswertung nach größeren Störungen | Verpasste Lernchance |
| Erkenntnisse werden identifiziert, aber nicht umgesetzt | Kein realer Verbesserungsnutzen |
| Wissen verbleibt bei Einzelpersonen | Wiederholung von Fehlern über Teams hinweg |
Administrativer Mehraufwand
Wenn Dokumentation zu komplex, zu zeitintensiv oder schlecht strukturiert ist, betrachten Mitarbeitende sie als Belastung statt als hilfreichen Bestandteil der Arbeit.
Strategische Bedeutung im modernen Facility Management
Im modernen Facility Management sind Dokumentation und Lessons Learned keine einfachen Verwaltungsaufgaben mehr, sondern strategische Fähigkeiten. Gebäude- und Servicebetriebe werden zunehmend datenbasiert gesteuert, vertraglich gemanagt, compliance-sensibel überwacht und von komplexen technischen Systemen getragen. Unter diesen Bedingungen erzeugt jede Störung Betriebsdaten, die entweder verloren gehen oder in Wissen umgewandelt werden können. Organisationen, die sauber dokumentieren und systematisch lernen, verbessern Zuverlässigkeit, reduzieren Verschwendung, stärken Governance, unterstützen digitale Instandhaltungsprozesse und treffen fundiertere langfristige Investitionsentscheidungen. Damit sind Dokumentation und Lessons Learned grundlegende Merkmale professioneller FM-Praxis. Dokumentation und Lessons Learned sind unverzichtbare Bestandteile des Störungsmanagements im Facility Management, weil sie sicherstellen, dass Störungen nicht nur behoben, sondern auch verstanden, nachvollziehbar festgehalten und für zukünftige Verbesserungen genutzt werden. Dokumentation liefert Nachvollziehbarkeit, technische Historie, Compliance-Nachweise und Managementkontrolle. Lessons Learned verwandeln abgeschlossene Störungsfälle in praktisches Wissen, um Wiederholungen zu vermeiden und die Servicequalität zu steigern. Gemeinsam unterstützen sie kontinuierliche Verbesserung, wirksamere Instandhaltungsstrategien, stärkere Dienstleistersteuerung und fundiertere Entscheidungen im Asset Management. Aus diesem Grund sollten sie im Störungsmanagement als essenzielle Kernprozesse und nicht als nachrangige Verwaltungstätigkeiten behandelt werden.
