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Digitalisierung in der Instandhaltung

DIE DIGITALE TRANSFORMATION DER INSTANDHALTUNG KONFRONTIERT UNTERNEHMEN MIT GEWALTIGEN HERAUSFORDERUNGEN.

DIE DIGITALE TRANSFORMATION DER INSTANDHALTUNG KONFRONTIERT UNTERNEHMEN MIT GEWALTIGEN HERAUSFORDERUNGEN.

Um Instandhaltungsmaßnahmen effektiv zu planen und umzusetzen, ist eine umfassende Analyse und Verarbeitung von Daten unerlässlich. Moderne Technologien wie das Internet der Dinge, Künstliche Intelligenz und Cloud-Computing unterstützen die Optimierung und Automatisierung von Instandhaltungsprozessen. Eine umfassende Digitalisierungsstrategie ist erforderlich, um den Anforderungen einer zeitgemäßen Instandhaltung gerecht zu werden. Unternehmen, die digitale Lösungen einführen, steigern ihre Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit, während sie gleichzeitig die Sicherheit und Verfügbarkeit ihrer Anlagen verbessern.

Digitale Lösungen für die Instandhaltung

Digitalisierung

Die Umstellung auf "Digitalisierung" vereinfacht die Abläufe von Prozessen und führt dadurch zu Verbesserungen sowohl in der Effizienz als auch in der Qualität. Durch die Implementierung von Digitalisierung werden Entscheidungen auf einer fundierten Informationsgrundlage getroffen, die den aktuellen Zustand der Bauteile, Erfahrungen mit ähnlichen Bauteilen in vergleichbaren Situationen sowie die erwartete zukünftige Belastung durch geplante Nutzung berücksichtigt. Dies ermöglicht eine genauere Überwachung der Abnutzung der Bauteile, da man näher an die Verschleißgrenzen herangehen kann.

Die Digitalisierung verfolgt heute die Ziele der

  • kontinuierlichen Vereinfachung des Geschäftssystems durch immer weitreichendere automatisierte Unterstützung der bisherigen Geschäftsvorfälle und der

  • kontinuierlichen qualitativen und quantitativen Verbesserung von Aussagen, von denen Strategien und operative Maßnahmen abgeleitet werden.

Nutzen

Die "Digitalisierung" transformiert einst unwirtschaftliche Prozesse in wirtschaftliche Abläufe. Dadurch werden bisher ungenutzte Daten nutzbar gemacht und manuelle Vorgänge automatisiert. Die Abläufe werden reproduzierbarer und können – jedoch nicht zwangsläufig – an Präzision gewinnen.

Die Digitalisierung ist ein durchgängiger Prozess der Automatisierung und nutzt die Kapazitäten von IT-Systemen, um den Aufwand für Informationsverknüpfungen zu reduzieren, die früher ökonomisch nicht realisierbar waren. Mit zunehmender Leistungsfähigkeit der Systemunterstützung nehmen diese Möglichkeiten zu. Infolgedessen steigt die Anzahl der Anwendungen sprunghaft an. Der aktuelle Begriff "Digitalisierung" umschreibt den Trend, diesen Potenzialen verstärkte Aufmerksamkeit zu schenken.

Die Digitalisierung ist die Antwort

  • auf die in schneller werdenden Zyklen steigenden Veränderungen hinsichtlich der Anforderungen an Produkte und Dienstleistungen

  • auf die Weiterentwicklung der Vertriebskanäle und

  • auf den möglichen Vorsprungs der Marktbegleiter.

Wirkung

Neue Zusammenarbeitsmodelle durch Digitalisierung

Die Digitalisierung bewirkt Veränderungen in Geschäftsmodellen, Prozessen, IT und Organisation sowie der Unternehmenskultur. Der anhaltende Kostendruck erzwingt eine signifikante Erhöhung der Automatisierung. Die unternehmensübergreifende Zusammenarbeit intensiviert sich zunehmend, was die Anforderungen an Arbeitsabläufe verändert. Dies erfordert Anpassungen in der internen Kommunikation und Steuerung, bis hin zur Neustrukturierung der Aufbauorganisation. Neue, innovative Technologien und Werkzeuge sowie eine verbesserte Informationsverfügbarkeit für Prozesssteuerung ermöglichen die Digitalisierung komplexer Abläufe und resultieren in effektiven Effizienzsteigerungen.

Anwendungsmöglichkeiten

Professionalisierung der Workforce Systeme durch Digitalisierung

Neue Produkte und erweiterte Schnittstellen in bisherigen Produkten schaffen eine bedeutend engere Verbindung zwischen den internen Prozessen des Unternehmens und den externen Prozessen der Kunden und Lieferanten. Die Menge der Daten, die zur zuverlässigen Erfüllung der Aufgaben verarbeitet werden müssen, nimmt zu. Die meisten dieser Prozesse wiederholen sich. Dies verdeutlicht klar die Notwendigkeit einer effektiven IT-Unterstützung.

Instandhaltungsmanagement-Systeme können durch die Analyse früherer Ergebnisse für zu überwachende Anlagen und Bauteile zuverlässiger werden, gleichzeitig Kosten senken.

Die steigende Integration neuer interner und externer Datenquellen führt zu einem exponentiellen Anstieg der Datenmengen. Zukünftige Anwendungsmöglichkeiten der verfügbaren Messdaten in der Instandhaltung umfassen:

  • Zugriff auf „echte“ Abnutzungs- und Ausfallraten von Bauteilen in Abhängigkeit deren betrieblicher Belastung,

  • Kenntnis des gemessenen Nutzens von in der Vergangenheit erfolgreich durchgeführter Wartung/ Instandsetzung sowie

  • tatsächlich eingetretener Umfang und Ausmaß eines Funktionsausfalls auf der Systemebene als Folge eines möglichen Bauteilausfalls.

Darüber hinaus lassen sich Informationen zur Instandhaltung durch die Digitalisierung zukünftig viel einfacher miteinander verknüpfen und von überall erreichbar vorrätig halten:

  • Schaltzustände der Leittechnik und damit Betriebsparameter (Druck, Temperatur, Durchfluss) von Medien in Kesseln, Leitungen und anderen Bauteilen,

  • Spannungszustände der Energieversorgung,

  • beabsichtigter Einsatz von Bauteilen, Komponenten, Teilsystemen und/ oder Systemen sowie

  • Freischaltzustände in Revisionen und Vorausgehende bzw. nachfolgende Gewerke der geplanten Instandhaltung

Die Anwendungen haben eine breite Palette.

Aufgrund des digitalen Potenzials werden immer kürzere Zyklen für die Einführung neuer innovativer Lösungssysteme genutzt.

Die Digitalisierung führt zu grundlegenden Veränderungen in der Zusammenarbeit innerhalb des Unternehmens. Oft ist die Dynamik des digitalen Wandels größer als die Anpassungsfähigkeit traditioneller Strukturen. Die betroffenen Führungskräfte und Mitarbeiter übernehmen neue Rollen, die zusätzliche digitale Fähigkeiten erfordern.

Um die steigende Komplexität der Geschäftsarchitektur (Prozesse, Systeme und Infrastruktur) im Zuge der Digitalisierung zu bewältigen, ist ein umfassendes Verständnis erforderlich. Der Erfolg der Digitalisierung kann nur durch eine konsistente Ausrichtung der neuen Struktur auf die erwarteten Veränderungen im Markt, bei Produkten und Dienstleistungen erreicht werden.

Die bisherige Digitalisierung hat bereits unsere Geschäftsabläufe und Organisationsstrukturen geändert und jeder weitere Schritt der Digitalisierung wird dies weiter tun:

  • Über die Digitalisierung ändern sich die Abläufe und die Zusammenarbeitsmodelle. Viele Funktionen fallen weg. Die Anzahl der für die Durchführung der Tätigkeiten erforderlichen Mitarbeiter sinkt.

  • Über die Digitalisierung gelingt der schnelle Zugriff auf gespeicherte Vorgänge und Daten.

  • Über die Digitalisierung ändern sich die Anforderungen an die Arbeitsergebnisse, da sich die Anspruchsteller an den Möglichkeiten der IT orientieren sowie an der Art, wie diese von den Wettbewerbern genutzt werden.

Entscheidungen über Instandhaltungsmaßnahmen

Aufgrund der Flexibilisierung des Anlageneinsatzes beabsichtigt man heute, Entscheidungen zu Instandhaltungsmaßnahmen

  • nach Gefahrenpotenzial, welches von der Anlage ausgeht,

  • nach festgestelltem oder über Statistiken prognostiziertem Abnutzungsgrad der Bauteile und

  • nach erwarteter zukünftiger Nutzung

Diese Entscheidungen zu treffen ist jedoch oft schwierig, da die relevanten Parameter weitgehend unbekannt sind. Dies führt dazu, dass veraltete Wartungszyklen häufig beibehalten werden. Der Mangel an Diagnosesicherheit wird durch den steigenden Verlust an Know-how aufgrund der Altersfluktuation noch verschlimmert. Die Bewältigung dieser Herausforderung ist das Ziel, dem sich Unternehmen heute stellen müssen.

Die Messwerte der vorhandenen Feldtechnik sowie möglicherweise erweiterter Technik, die Signale aus der Leittechnik, Erfahrungen aus vergangenen Störungen, Inspektionsbefunde und Schadenstatistiken von ähnlichen Anlagen bei Wettbewerbern müssen analysiert werden. Dadurch können die tatsächlich benötigten Wartungszyklen und die Risiken einer Verlängerung der Intervalle abgeleitet werden.

Modellierung des zukünftigen Schadenverlaufs

Modellierung des zukünftigen Schadenverlaufs

Modellierung des zukünftigen Schadenverlaufs

Mithilfe der Digitalisierung kann festgestellt werden, wie eine Instandhaltungsmaßnahme die Wahrscheinlichkeit und das Ausmaß einer potenziellen Störung beeinflusst. Dadurch wird es möglich, herauszufinden, wie sich das Risiko ändert, wenn eine Maßnahme zu einem späteren Zeitpunkt als ursprünglich geplant durchgeführt wird.

Einbindung in die bestehende Systemlandschaft

Durch die Digitalisierung werden die jeweils aktuellsten Möglichkeiten der IT genutzt, um

  • das bestehende Geschäftssystem der Instandhaltung durch automatisierte Unterstützung der bisherigen Geschäftsvorfälle zu unterstützen,

  • neue Geschäftsmodelle und die damit verbundenen Instandhaltungsmärkte zu erschließen und

  • qualitative und quantitative Verbesserungen von Aussagen, von denen die Instandhaltungsstrategie und operativen Wartungs- und Inspektionsmaßnahmen sowie Projekte abgeleitet werden, zu erhalten.

Strategie

Die Erarbeitung einer Digitalisierungsstrategie, die die vielfältigen Anforderungen berücksichtigt und die verschiedenen Elemente eines umfassenden Digitalisierungskonzepts vorwegnimmt, einschließlich einer Zielvorstellung und einer Umsetzungs-Roadmap, ist daher eine gemeinsame Aufgabe von IT und Instandhaltung. Dies stellt den geeigneten ersten Schritt zur zeitgemäßen Modernisierung des Instandhaltungsmanagements dar und unterstützt nachhaltigen Erfolg.